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BTV Mitarbeiterin Dijana Krstovic steht in einem Innenraum und blickt direkt in die Kamera.

BTV Expertengespräch

Warum Frauen ihre Pension  selbst in die Hand nehmen müssen

Für viele Frauen ist die Realität ernüchternd: Ihre durchschnittliche gesetzliche Pension liegt noch immer deutlich unter jener der Männer. Hinter diesen Zahlen stehen Teilzeitarbeit, unbezahlte Care-Arbeit oder etwa auch Zeiten der Kinderbetreuung, die sich später bemerkbar machen. Genau deshalb ist es so wichtig, frühzeitig an die eigene Zukunft zu denken und aktiv vorzusorgen. Dijana Krstovic zeigt im Expertengespräch auf, welche Möglichkeiten es zum gezielten Aufbau der Pension gibt und welche Vor- und Nachteile die jeweiligen Lösungen bieten.

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Frau Krstovic, warum ist eine private Pensionsvorsorge wichtig? Ist die gesetzliche Versicherung nicht ausreichend?

Leider nein. Ohne eigene Vorsorge reicht die gesetzliche Alterspension meist nicht aus, um den aktuellen Lebensstandard beizubehalten. Das betrifft vor allem Frauen, sie erhalten im Durchschnitt nur rund 1.600 Euro brutto im Monat. Männer liegen mit über 2.600 Euro pro Monat im Durchschnitt deutlich darüber.

Wie lässt sich diese große Lücke erklären?

Die Differenz entsteht vor allem durch die unbezahlte Care-Arbeit, die auch heute noch in erster Linie von Frauen geleistet wird. Sie übernehmen einen Großteil der Aufgaben bei der Kinderbetreuung sowie der Pflege und reduzieren dafür häufig ihre Erwerbstätigkeit auf Teilzeit, was sich direkt auf die Höhe ihrer Pensionsbeiträge und damit auf ihren späteren Anspruch auswirkt. Zwar gibt es in Österreich seit 2005 das freiwillige Pensionssplitting, bei dem ein Elternteil einen Teil seiner Pensionsansprüche an den betreuenden Partner übertragen kann, um die angeführten Nachteile auszugleichen, jedoch wird dieses Instrument immer noch zu wenig genutzt. Durch das Pensionssplitting erhöht sich die Alterspension des jeweils anderen Elternteils. Und letztendlich werden Frauen für die gleiche Arbeit in Österreich oft immer noch schlechter bezahlt als Männer.

Welche Möglichkeiten für eine private Vorsorge gibt es?

Klassische Sparformen wie Spareinlagen und Bausparverträge sind ein solider Anfang – langfristig reichen sie jedoch womöglich nicht aus, um die Inflation auszugleichen. Am bekanntesten ist die Vorsorgewohnung, die allerdings für viele nicht realisierbar ist. Alternativ kann man auch in Fondspläne investieren. Derartige Veranlagungen sind sowohl direkt auf einem individuellen Depot, aber auch im Rahmen eines Versicherungsmantels möglich.

Worin bestehen die Unterschiede?

Die Fondsauswahl ist bei kapitalbildenden Lebensversicherungen, die in Fonds investieren, und bei direkten Fondsplänen eine ähnliche. Allerdings stehen bei den Versicherungen insgesamt weniger Fonds zur Auswahl, dennoch ist das Spektrum ausreichend. Der größte Unterschied liegt in der Besteuerung: Während bei Fondsplänen 27,5 % Kapitalertragsteuer auf Gewinne fällig werden, muss man bei der Versicherung auf jede Einzahlung eine Versicherungssteuer von 4 % zahlen. Welche Variante die passende ist, hängt von verschiedenen Faktoren und den individuellen Verhältnissen ab. Diese Themen müssen in einem Beratungsgespräch abgeklärt werden.

Ist eine Lebensversicherung zur Pensionsvorsorge noch gleich ausgestaltet wie früher?

Diese Möglichkeit hat sich über die letzten Jahre massiv weiterentwickelt. Früher waren Versicherungen oft wenig flexibel, inzwischen sind sie aber individuell anpassbar. So kann ganz genau definiert werden, wann die Pensionsauszahlungen beginnen, welches Risiko man eingehen möchte und wie sich die Rate im Laufe der Zeit entwickeln soll.

Sie sprechen von Risiko – in welchem Bereich bewegen wir uns hier?

Bei Lebensversicherungen kann zwischen zwei Veranlagungsmöglichkeiten gewählt werden: dem klassischen Deckungsstock und dem Investieren in Fonds. Der klassische Deckungsstock gilt als besonders sicher mit wenig Risiko und bietet auf lange Frist eine Verzinsung von 2 bis 3 Prozent pro Jahr vor Abzug der Kosten. Eine Garantie auf die Zinsen gibt es derzeit aber keine.

Bietet  ein  Fondsinvestment mehr Rendite  bei mehr Risiko?

Investitionen in Fonds sind mit Risiken, wie Kursschwankungen oder Vermögensverlusten, verbunden. Es gibt keine Kapitalgarantie. Die eingesetzten Vehikel können schwächer als erwartet abschneiden. Dafür eröffnen sie höhere Renditechancen. Historisch gesehen haben Aktien über lange Zeiträume die höchsten Renditen erzielt – natürlich auch mit entsprechendem Risiko. Nicht alle von uns angebotenen Fonds sind reine Aktienfonds, es gibt auch welche, die überwiegend in Anleihen investieren. Die genaue Zusammensetzung der Veranlagung sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken sollten daher immer individuell in einem Beratungsgespräch geklärt werden. Jede Lebenssituation ist unterschiedlich, deswegen gibt es nicht die eine perfekte Lösung, die für jeden passt.

Welche Unterschiede hat die Vorsorge im Versicherungsmantel im Vergleich zu anderen Vorsorgeformen?

Anders als bei einem Bausparvertrag wird nicht nach sechs Jahren eine große Summe ausbezahlt – so wird man gar nicht erst in Versuchung gebracht, das Geld für größere kurzfristige Anschaffungen auszugeben. Stattdessen ist die Versicherung auf den langfristigen Vermögensaufbau bis zum Pensionsantritt ausgerichtet. Sie bietet aber die Flexibilität, Geld zu entnehmen, sollte es benötigt werden. Zudem enthält sie eine kleine Ablebensversicherung, die im Ernstfall für finanzielle Absicherung sorgen kann.

Spareinlagen und Bausparverträge sind ein solider Anfang – langfristig reichen sie jedoch womöglich nicht aus, um die Inflation auszugleichen.
Dijana KrstovicBetreuung Retail Banking

Wann ist ein guter Startpunkt für die Vorsorge?

Am besten sofort. Jeder Tag, an dem man sich früher um die eigene Vorsorge kümmert, ist ein Gewinn für die Zukunft und ein Schritt in Richtung Selbstbestimmung. Durch lange Laufzeiten kann auch aus einer geringen monatlichen Investition eine beachtliche Summe erzielt werden.

Muss die Pension in Anspruch genommen werden oder kann man sich das Kapital auch auszahlen lassen?

Es sind beide Varianten möglich. Wichtig ist dabei, dass diese Entscheidung endgültig ist und später nicht mehr geändert werden kann. Entscheidet man sich für eine Pension, wird diese lebenslang ausbezahlt. Zusätzlich kann eine Garantiezeit vereinbart werden, in der die Pension ausbezahlt wird, auch wenn man frühzeitig ableben sollte. Wird diese beispielsweise auf 15 Jahre festgelegt, so würden die Begünstigen im Ablebensfall weiterhin Pensionszahlungen bis zum Ende der Garantiezeit erhalten.

  • Die verwendeten Fach- und Finanzbegriffe werden im folgenden Link ausführlich erklärt: Glossar. Weitere wertpapierrechtliche Informationen.

    Beachten Sie bitte, dass ein Investment in Finanzinstrumente mit Risiken, wie Kursschwankungen oder Vermögensverlusten, verbunden sein kann.

    Diese Marketing-/Werbemitteilung stellt keine Anlageberatung, kein Angebot zur Zeichnung bzw. zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar und ersetzt auch keine Anlageberatung. Als Marketing-/Werbemitteilung unterliegt sie nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und dem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen. Die jeweiligen Anlegerinformationen/Zeichnungsbedingungen in deutscher Sprache (Basisprospekt, endgültige Bedingungen, Prospekt, KID, vereinfachter Prospekt, u. dgl.) sind die einzig verbindlichen Dokumente. Sie erhalten diese bei der BTV Vier Länder Bank AG, Stadtforum 1, 6020 Innsbruck, bzw. BTV Vier Länder Bank AG, Zweigniederlassung Deutschland, Neuhauser Straße 5, 80331 München bzw. BTV Vier Länder Bank AG, Innsbruck, Zweigniederlassung Staad, Hauptstraße 19, 9422 Staad. Wertentwicklungen der Vergangenheit bieten keine Gewähr für künftige Ereignisse oder Wertentwicklungen. Die Beiträge in dieser Publikation dienen lediglich der Information. Die BTV prüft ihr Informationsangebot sorgfältig. Beachten Sie bitte dennoch, dass Einschätzungen und Bewertungen die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt der Erstellung bzw. der Ausarbeitung reflektieren und für die Richtigkeit und den Eintritt eines bestimmten Erfolges keine Gewähr übernommen wird.

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