Whitepaper: NFTs im Tourismus – Hype oder bald Realität?
Was sind Non Fungible Tokens und warum sollten sich Touristiker*innen damit auseinandersetzen? Welchen Mehrwert können sie bereits jetzt und in Zukunft bieten?

Der Klimawandel verändert den Alpentourismus. Während die Wintersaisonen kürzer werden und die Kosten für Schneesicherheit steigen, profitiert der Sommertourismus.
Nachhaltige Strategien wie erneuerbare Energien, Biodiversitätsförderung und emissionsarme Mobilität sind notwendig, um die Attraktivität der Regionen zu erhalten. Ein langfristiger Wandel hin zu einem ganzjährigen, klimafreundlichen Tourismusmodell ist unausweichlich.
Vom Klimawandel sind alle Beteiligten betroffen: die Hoteliers, die Betreiber von Skigebieten und zu guter Letzt auch die Gäste. Durch den Wandel wird es aber noch eine weitere Gruppe geben, die damit in Zusammenhang steht: Unternehmen – auch neue Unternehmen, die sich u. a. auf erneuerbare Energien, Wasserstoff als alternativen Energieträger und/oder ökologische Skipistenaufbereitung spezialisieren. Diese könnten sich in den Alpen ansiedeln und für die heimische Wirtschaft neue Impulse bringen.
Nachhaltiger Tourismus erfährt in den letzten Jahren eine zunehmend stärkere Aufmerksamkeit. Im Dezember 2022 wurde eine der umfassendsten Studien dazu – „Tourismus und Klimawandel“ – von der Universität für Bodenkultur in Wien (BOKU) präsentiert. Wichtige Erkenntnisse und wesentliche Punkte daraus haben wir in der Folge zusammengefasst. Darüber hinaus gehen wir auch auf verschiedene andere Studien und Quellen ein, wie etwa die „Umfrage Lebensqualität Tirol“. Diese zeigt Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität an der Situation in Tirol auf, stellvertretend für den gesamten Alpenbereich.
Derzeit sind die Wachstumsraten im Tourismus noch hoch, wobei der Sommertourismus in den letzten Jahren an Attraktivität gewonnen hat. Dennoch überwiegen weiterhin die Übernachtungen im Winter (Quelle: https://statistik.tirol.gv.at/#3_Tourismus; Daten für 2023 und 2024).
Die zu erwartenden Veränderungen durch den Klimawandel erfolgen seit Jahrzehnten bereits schleichend – seit den 1970ern hat sich die Entwicklung beschleunigt (Quelle: „Tourismus und Klimawandel“; Ulrike Pröbstl-Haider et al.; Seite 20; Abb. 2.1: Entwicklung der globalen Mitteltemperatur [Lufttemperatur in 2 m Höhe] seit 1850), doch bis ins Jahr 2050 wird sich unser Lebensumfeld weiter wandeln.
Zusammengefasst hat der Klimawandel Auswirkungen auf die Rahmenbedingungen für den Tourismus:
Hierbei kann es zu starken Unterschieden zwischen exponierten und geschützten Lagen kommen. Heute gelten bereits 57 der wichtigsten 666 Skigebiete in den europäischen Alpen als nicht mehr schneesicher. Generell gilt ein Skigebiet als schneesicher, wenn in sieben von zehn Wintern eine ausreichende Schneedecke von mindestens 30–50 cm Höhe für den Skisport an mindestens 100 Tagen zwischen dem 1. Dezember und dem 15. April vorhanden ist (Quelle: Nachhaltiger Tourismus in den Alpen, Alpenzustandsbericht: Mögliche Folgen des Klimawandels für den Alpentourismus; Seite 110).
Aus Unternehmersicht gibt es mehrere Gründe, auf diese Veränderungen zu reagieren. Eine aktuelle Umfrage des Skigebietsbetreibers Snow Space Salzburg Bergbahnen AG hat ergeben, dass für 25 % der Gäste Ökologie ein Thema ist. In Tirol zeigt sich eine besonders hohe Unzufriedenheit hinsichtlich des Verkehrsaufkommens, der Boden-/Flächennutzung und des Klimaschutzes.
Es gibt jedoch Regionen, die bereits erste Maßnahmen ergriffen haben, um sich den Herausforderungen in Zusammenhang mit dem Klimawandel zu stellen. Beispiele dafür sind Snow Space Salzburg und die Silvretta Montafon Holding GmbH, die beide eine „Green Mountain(s)“-Initiative gestartet haben.
Diese Maßnahmen sind auch deshalb so zentral für die Attraktivität des Skigebietes in der Ganzjahresbetrachtung, weil eine lebendige und an Biodiversität reiche Umwelt inklusive Skigebiet zentral für die Entscheidung von Winter- wie Sommergästen ist, wo bzw. in welchen Beherbergungsbetrieben der Urlaub gebucht wird.
Das Skigebiet Snow Space Salzburg hat gemeinsam mit einem Expertenbeirat aus Biologie und Ökologie ein 3-Säulen-Modell – Ökologisches Pistenmanagement, Pistenpräparierung und Beschneiung, Mobilität und Reiseverhalten – entwickelt. Dadurch soll eine nachhaltige Ausrichtung des gesamten Skigebietsmanagements erreicht werden. Dieses 3-Säulen-Modell stellt sicher, dass alle wesentlichen Einflussbereiche und CO2-Emissionsquellen erfasst werden. Maßnahmen und Projekte werden darin ebenfalls festgehalten.
Auch im Skigebiet Silvretta Montafon wurde eine „Green Mountains“-Initiative gestartet. Wichtige Themen sind dabei die Unterbringungsquartiere der Mitarbeiter*innen, die Schaffung eines Niedrigenergiehauses für die Alpin Sport Zentrale als Tourismuszentrale, die Errichtung von E-Ladestationen sowohl für die Anreise mit E-Autos als auch zur Versorgung von lokalen E-Bus-Flotten.
Für den Transport der Gäste innerhalb des Skigebietes wurde eine E-Bus-Flotte angeschafft, die Gäste vom Hotel zu den Einstiegspunkten des Skigebietes bringt. Auch mit Wasserstoff als Energieträger wurde experimentiert, allerdings konnte laut Eigendarstellung des Skigebietsbetreibers regional kein ausreichendes Angebot gefunden werden.
Zur Erhöhung der Biodiversität wurden Biotope und Moorflächen mitten auf der Piste mit einer gezielten Bepflanzung heimischer Arten angelegt. Diese laden im Sommer als Wanderziele ein. Im Winter sind sie vollständig von der Piste überdeckt und können von Pistengeräten befahren werden. Zudem wurden die Speicherseen zu Biodiversitätszentren weiterentwickelt, um im Sommer die Population von heimischen Insekten und Tieren zu fördern. Eine weitere Möglichkeit wäre die teilweise Bedeckung der Speicherseen mit schwimmender Photovoltaik. Dadurch würde auch die Verdunstung von wertvollen Wassermengen im Sommer reduziert werden. Ein solches Vorhaben muss jedoch unbedingt mit den Ansprüchen der Biodiversität vereinbar sein. Im Vergleich mit anderen Skigebieten sind kleine Seen, Moore und Sumpfflächen im Sommer gute Anziehungspunkte für die Gäste und können einfach in Erlebniswelten integriert werden.
Zur Beschneiung wird ein Teil des Strombedarfs über Photovoltaik abgedeckt. Für den anderen Teil wird Ökostrom verwendet. Bis zu einem gewissen Ausmaß ist auch der Betrieb einer Wärme-Kraft-Kopplung zur Erzeugung von elektrischem Strom und von Wärme zum Beheizen von Gebäuden möglich. Dies kann für einzelne Häuser mit Pellets, regional mit Wasserstoff erreicht werden.
Die Notwendigkeit zur Beschneiung wird sich bis 2050 in höhere Lagen verschieben. So zeigt sich, dass der Einfluss der Temperatur auf die mittlere Schneehöhe bis in Höhen von etwa 2.000 m praktisch konstant bleibt und darüber deutlich abnimmt (Quelle: „Tourismus und Klimawandel“; Ulrike Pröbstl-Haider et al.). Jedoch ist der Einfluss des Niederschlags bereits ab ca. 1.300 m größer als jener der Temperatur. Aus der Vergangenheit lässt sich sagen: Schnee in Höhenlagen unter etwa 2.000 m reagiert empfindlich auf höhere Temperaturen, über etwa 1.300 m kann dieser Effekt aber durch zusätzlichen Niederschlag (das ist sehr ortabhängig) kompensiert werden. Oberhalb von 2.000 m spielt die Temperatur eine untergeordnete Rolle, hier ist die Schneehöhe aufgrund ohnehin niedriger Temperaturen in erster Linie vom Niederschlag abhängig.
Ein weiterer Punkt ist die Anreise der Gäste, die nicht nachhaltig ist. Diese stellt eine der wesentlichsten CO2-Quellen im Tourismus dar. Die Mehrheit reist mit dem Auto an (76 %), gefolgt vom Flugzeug (13 %) und der Bahn (7 %), und nur ein kleiner Teil mit Reisebussen (3 %).
Die österreichischen Skigebiete verzeichneten in der Saison 2020/2021 über 40 Mio. Skifahrertage (Skier-Days) und liegen damit weltweit nach den USA (55 Mio.) an zweiter Stelle (WKO: „So nachhaltig ist unser Skibetrieb“; Seite 20). Bei den durch den Wintertourismus verursachten CO2-Emissionen zeigt sich, dass Beherbergung und Gastronomie 58,3 % und Transport (inklusive Ab- und Anreise) 37,9 % der CO2-Emissionen ausmachen. Die spezifische Wintersportinfrastruktur (Pisten, Lifte) ist hingegen nur für 3,8 % verantwortlich.
Eine Reduktion der CO2-Emissionen der Skigebiete wurde z. B. durch den Bezug bzw. die Eigenproduktion des gesamten Stroms und der benötigten Wärme aus erneuerbaren Energieträgern, die Wiederaufforstung in der eigenen Region sowie die Kompensation der noch anfallenden CO2-Emissionen erreicht. Als Startpunkt ist die Durchführung einer CO2-Bilanzierung notwendig. Eine solche wurde auch von den Skigebieten in den Best-Practice-Beispielen erstellt. Die Ergebnisse dienten als Grundlage für Verbesserungsmaßnahmen zur Reduktion der CO2-Emissionen und des Energiebedarfs.
Die Auswirkungen des Klimawandels bringen jedoch nicht nur Herausforderungen mit sich, sondern bieten auch Chancen für den Sommer- bzw. Ganzjahrestourismus. Beherbergungsbetriebe haben die Möglichkeit, sich in Zusammenarbeit mit den Skigebieten mit naturraumorientierten (z. B. Wildnis‑, Naturerlebnisse, Lehrpfade) bzw. wetterunabhängigen Zusatzangeboten (z. B. Wellness, Kultur, Veranstaltungen) zu positionieren. Vor allem im Bereich zusätzlicher Dienstleistungen besteht großes Potenzial (z. B. Kurse, Workshops, Führungen, Erlebnisangebote). Hier sind in jedem Fall Angebote zu forcieren, die keinen zusätzlichen Energiebedarf zur Folge haben.
Der größte Teil der Wertschöpfung des Tourismus wird durch Hotels und Restaurants geleistet. Dennoch wird es auch in diesem Segment Veränderungen durch den Klimawandel geben. Hier sind Hotels in höheren Lagen und Betriebe mit einer kompakten Gebäudegestaltung begünstigt. Zentrale Ansatzpunkte für Maßnahmen in der Beherbergungsindustrie sind die Reduktion des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen sowie die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen. Daher ist es notwendig, Energieeinsparungen vor allem mit der größten ökologischen und gleichzeitig ökonomischen Wirkung durchzuführen: Umstellung der Beleuchtung auf LED, thermische Sanierung der baulichen Substanz, Umstellung der Heizungsanlage für Raumwärme und Warmwasser auf Pellets oder regionalen Wasserstoff, Einholung eines Energieausweises zur Finanzierungserleichterung.
Des Weiteren sind die Nutzung von Elektrizität aus erneuerbaren Quellen sowie die Umstellung der Fahrzeugflotten auf E-Mobilität oder regionalen Wasserstoff für Beherbergungsbetriebe weitere Möglichkeiten, CO2-Emissionen einzusparen und Energiekosten zu reduzieren.
In der Gastronomie ist vor allem die konsequente Umstellung auf regionale und Bio-Zutaten eine wirkungsvolle Maßnahme. Internationale Studien zeigen, dass das Essen in Gastronomiebetrieben für den Klimawandel von besonderer Bedeutung ist, weil Unternehmen in aller Regel bestrebt sind, Grundzutaten möglichst preisgünstig einzukaufen. Dies bedeutet häufig, dass große Mengen an Nahrungsmitteln aus der Massenproduktion eingekauft und über große Distanzen transportiert werden. Dazu kommt, dass insbesondere Hotels ihren Gästen häufig Essen mit hohem Proteinanteil anbieten (in der Regel Fleisch) und in der Gastronomie mehr Essen weggeworfen wird als zu Hause.
Abschließend lässt sich sagen, dass mit signifikanter Wahrscheinlichkeit Skifahren u. Ä. in Österreich bei entsprechender Beschneiung auch weiterhin möglich sein wird, jedoch ist mit einer Konzentration der Nachfrage auf begünstigte Lagen sowie generell steigenden Kosten zu rechnen. Die Gesamtnachfrage nach Wintertourismus in Österreich erscheint trotz Klimafolgen bis Mitte des Jahrhunderts (bezogen auf Österreich) stabil, wobei eine Verschiebung in Richtung eines Ganzjahresbetriebes erfolgen wird. Untermauert wird der Erfolg durch die konsequente Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs und den Einsatz erneuerbarer Energiequellen aus regionaler Produktion.
Folgende Fragen müssen sich Gestalter*innen und Entscheider*innen in Skigebieten stellen, um den Wintertourismus – so nachhaltig wie möglich – aufrechtzuerhalten:
• Wie können die Pistenflächen als Lebensraum für Flora und Fauna positiv mitgestaltet werden?
• Wie können die negativen Auswirkungen des Skibetriebs auf das Ökosystem minimiert werden?
• Welchen CO2-Fußabdruck hat das Unternehmen?
• Wie kann der tägliche Betrieb (Seilbahnbetrieb, Beschneiung, Präparierung etc.) so gestaltet werden, dass Energieverbrauch und CO2-Fußabdruck minimiert werden?
• Wie kann die Beherbergung (Licht, Warmwasser, Heizung etc.) so gestaltet werden, dass Energieverbrauch und CO2-Fußabdruck minimiert werden?
• Wie kann der Wasserverbrauch reduziert werden?
• Wie können die Gäste bei einem nachhaltigen Skiurlaub unterstützt werden?
• Wie können die Gäste schon früh beim Umstieg von einer individuellen Anreise zu ökologischen Formen der Anreise unterstützt werden?
• Wie kann die Beherbergung so gestaltet werden, dass wenig bis kein Abfall entsteht, der teilweise aufwendig entsorgt werden muss?
BTV Expert*innen setzen sich in diesem Whitepaper damit auseinander, welche nachhaltigen Maßnahmen Touristiker*innen ergreifen können, um ihr Unternehmen zukunftsfähig auszurichten.
Die Folgen der Klimaveränderung sind längst in der Alpenregion angekommen. Wie sich diese auf die tägliche Arbeit und die zukünftige Ausrichtung der Branche auswirken, wird im BTV Whitepaper erläutert.
Folgende Schlüsselbereiche werden analysiert und Lösungsansätze sowie Best Practices vorgestellt:
Dabei wird unter anderem die Komplexität des Verhaltens von Tourist*innen, der ökologische Fußabdruck des Verkehrs, das Problem der Lebensmittelverschwendung sowie die Bedeutung von qualifizierten und motivierten Mitarbeiter*innen unter die Lupe genommen.
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