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Grafische Darstellung des Buchcovers von Morgan Housels Werk „Über die Kunst, Geld bewusst einzusetzen“. Auf dem Cover steht der Untertitel „Einfache Entscheidungen für ein reiches Leben“.

Über die Kunst, Geld bewusst einzusetzen

Das neue Buch von Morgan Housel, für Sie gelesen

Morgan Housel legt nach seinem Bestseller „Über die Psychologie des Geldes“ ein weiteres Werk nach: „Über die Kunst, Geld bewusst einzusetzen“. Während es im ersten Buch um das Geld anlegen geht, zieht er diesmal das Geld ausgeben in seine finanzpsychologischen Betrachtungen ein.

Finanzwissen

Risiko und Reue

Im Kern nimmt Morgan Housel ein Zitat des Nobelpreisträgers Daniel Kahneman als Ausgangspunkt, wonach ein kluger Umgang mit Geld ein gut kalibriertes Gefühl für zukünftige Reue erfordere. Was ist damit gemeint? Wir sollten ergründen, wie wir unsere aktuellen Entscheidungen zu verschiedenen zukünftigen Zeitpunkten beurteilen werden.
Laut Housel bringt das Gefühl Reue auf den Punkt, was Risiko auf der psychologischen Ebene ausmacht. Im Umgang mit Geld geht es weniger darum, wie viel wir verlieren könnten. Das wahre Risiko liegt darin, dass wir eventuell Jahre oder Jahrzehnte später etwas bereuen.

Die grundsätzliche Herausforderung im Umgang mit Geld besteht darin, für sich das Gleichgewicht zwischen zwei gegenläufigen Tatsachen zu finden:

  • Exponentielles Wachstum, das heutiges Sparen in ein zukünftiges Vermögen verwandelt.
  • Der Umstand, dass wir heute dem Tod einen Tag näher sind als gestern. Folgerichtig: Machen wir das Beste aus unserer kurzen Zeit auf Erden und genießen jeden Tag, der uns vergönnt ist.

Wie viel also für die Zukunft auf die Seite legen und wie viel für das Heute ausgeben? Der Balanceakt lässt sich nicht leicht lösen. Betrachten wir die Extreme.

Zwischen FIRE und YOLO

Am einen Ende des Spektrums wollen FIRE-Anhänger (Financial Interdependence, Retire Early) in jungen Jahren möglichst viel auf die Seite legen, um früh mit dem Arbeiten aufzuhören. FIRE-Befürworter neigen zur Knausrigkeit. Das andere Extrem bildet die YOLO-Gemeinde (You Only Live Once), die verfügbares Geld in Daytrading und Krypto-Assets riskiert und bei Erfolg umgehend ein schickes Sportauto kauft.

Gerade jenen, die über ein ausreichendes Einkommen verfügen, stellt sich dieser Balanceakt „Lebe für heute“ oder „Spare für die Zukunft“ in seiner vollen Tragweite: Zukünftige Reue könnte resultieren aus einerseits „Hätte ich doch mehr gespart!“ bzw. aus andererseits „Hätte ich mir (und den meinen) doch mehr gegönnt!“.

Morgan Housel hat für sich zwei zentrale Erkenntnisse gewonnen:

  1. Schöne Erinnerungen sind die beste Art, heute zu leben und gleichzeitig für morgen zu sparen.
    Das Erstaunliche an Erinnerungen ist, dass sie im Laufe der der Jahre und Jahrzehnte oft wertvoller werden. Der gängige Tipp, Geld für Erfahrungen statt für Waren auszugeben, verleitet manche allerdings beispielsweise dazu, tolle Urlaube an exotischen Orten zu buchen. Das ist laut Housel keine Garantie.
  2. Wer spart, verschafft sich sofort Unabhängigkeit.
    Housel stellt folgende Überlegung an: Wenn er 100 Euro für die Zukunft spart, was kostet ihn das heute? Wahrscheinlich nicht 100 Euro. Natürlich versagt er sich ein edles Hemd oder ein Abendessen mit Freunden. Aber indem er das Geld für die Zukunft spart, gewinnt er schon heute: 100 Euro an Unabhängigkeit. 100 Euro an Freiheit, in Zukunft das zu tun, was er will. 100 Euro weniger Sorge um die Zukunft seiner Familie oder für 100 Euro früher in Rente. Das Ausmaß seiner finanziellen Unabhängigkeit (erworben durch lebenslanges Sparen) gehört für Housel zu seinen wertvollsten und erfreulichsten Assets in seinem Portfolio. Diese Unabhängkeit macht bereits das Heute besser.

Wir alle treffen jeden Tag finanzielle Entscheidungen, die die Balance zwischen heute und morgen in die eine oder andere Richtung beeinflussen. Housel hilft uns, dies zu reflektieren und in Finanzdingen bewusster zu leben.
Er weiß genau: Jeder von uns lebt seinen individuellen Zugang zu diesem Thema – es gibt keine allgemeingültige Antwort. Bei persönlichen Finanzen geht es mehr um Persönliches als um Finanzen.

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