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BTV‑Mitarbeiter Andreas Aichelberger und Laurens Schmieder, Experten für Zins‑ und Währungsmanagement.

Zins- und Währungsrisiken erfolgreich steuern

Warum strukturiertes Risikomanagement stetig an Bedeutung gewinnt

Steigende Zinsen, volatile Wechselkurse und geopolitische Unsicherheiten prägen das aktuelle MarktumfeldUnternehmen sind dadurch gefordert, die Zins- und Währungsrisiken professionell zu managenWie eine strukturierte Steuerung gelingen kann, erläutern die beiden BTV Experten für Zins- und Währungsmanagement Laurens Schmieder und Andreas Aichelberger im Interview. 

FinanzwissenAktuelles

Herr Schmieder, viele Unternehmen beschäftigen sich erst mit Zins- oder Währungsrisiken, wenn die Märkte stark schwanken. Ist das der richtige Zeitpunkt?

Nicht unbedingt. Starke Marktbewegungen machen die Risiken sichtbar, verursachen sie jedoch nicht. Die meisten Zins- und Währungsrisiken ergeben sich aus dem Geschäftsmodell eines Unternehmens. Solange sich die Märkte wenig bewegen, bleiben sie oft unbemerkt. Erst wenn Zinsen oder Wechselkurse deutlich ausschlagen, rücken sie in den Fokus. Eigutes Risikomanagement beginnt deshalb nicht mit einer Marktmeinung, sondern vielmehr mit der Frage: Welche Entwicklungen könnten unser Unternehmen wesentlich beeinflussen und sind wir darauf vorbereitet?

Herr Aichelberger, bedeutet professionelles Risikomanagement, zukünftige Marktbewegungen richtig vorherzusagen?

Nein. Ein professionelles Risikomanagement basiert nicht auf Prognosen, sondern auf Vorbereitung. Niemand kann verlässlich einschätzenwie sich Zinsen oder Wechselkurse in den nächsten Monaten entwickeln. Entscheidend ist wie erwähnt vielmehr, welche Auswirkungen die Marktbewegungen auf das Unternehmen haben und welche Risiken man wirtschaftlich tragen möchte.

Herr Schmieder, wo sehen Sie in der Praxis die häufigsten Risiken?

Viele Unternehmen denken zuerst an Fremdwährungszahlungen oder variable Kredite. Tatsächlich sind die Risiken aber oft vielschichtiger. Rohstoffe können beispielsweise indirekt vom US-Dollar abhängen und Zinsrisiken entstehen häufig durch Investitionen oder veränderte Finanzierungsstrukturen. Aus diesem Grund beginnen wir immer mit einer Analyse des Geschäftsmodells und der relevanten Zahlungsströme.

Herr Aichelberger, wann  ist es nötig,  aufgrund eines  Risikos  zu  handeln?

Sobald man erkennt, dass beispielsweise Finanzierungskosten, Margen, Liquidität oder Investitionen spürbar durch etwaige Marktbewegungen beeinflusst werden könnten. Entscheidend ist, ob ein Unternehmen diese Auswirkungen selbst tragen oder beispielsweise durch Preismaßnahmen ausgleichen kann. Genau an diesem Punkt wird Risikomanagement zu einer unternehmerischen Entscheidung.

Herr  Schmieder, wo  können  Währungsrisiken auftreten  und wie  kann  sich  eine fehlende Absicherung auswirken?

Das hängt vom Einzelfall ab, aber insgesamt werden die Auswirkungen häufig unterschätzt. Ich erinnere mich an einen deutschen Maschinenbauer, der ein Projekt für einen US-Kunden in US-Dollar kalkulierte und fakturierte. Zwischen Angebotslegung und Zahlung lagen jedoch mehr als zwölf Monate. Da der Wechselkurs zur Angebotsabgabe attraktiv erschien und sich zuletzt positiv für den Maschinenbauer entwickelt hatte, sah dieser zunächst keinen Handlungsbedarf.

Bis zur Zahlung veränderte sich der Wechselkurs jedoch deutlich zuungunsten des Unternehmens. Das Projekt war operativ erfolgreich, die ursprünglich kalkulierte Marge wurde dadurch allerdings zu einem erheblichen Teil aufgezehrt. Nicht das Produkt, die Produktion oder der Vertrieb waren das Problem, sondern die Marktbewegung. Dagegen hätte sich der Maschinenbauer beispielsweise mittels einfacher Devisentermingeschäfte absichern können.

Links: Laurens Schmieder, Leiter FX & Zinsmanagement; Rechts: Andreas Aichelberger, Vertriebsexperte FX & Zinsmanagement für den deutschen Markt

Herr  Aichelberger, können Sie ein Beispiel  aus der Praxis  nennen, bei dem sich ein strukturiertes Zinsmanagement besonders bewährt hat?

Ein Kunde finanzierte eine größere Immobilieninvestition über 25 Jahre und entschied sich während der Niedrigzinsphase für eine zehnjährige Fixzinsbindung. Als die Zinsen später deutlich anstiegen, blieben noch drei Jahre Fixzinslaufzeit. Danach drohten höhere Finanzierungskosten für die restlichen 15 Jahre.

Gemeinsam wurde daher frühzeitig eine Lösung entwickelt, um das damalige Zinsniveau bereits für die Anschlussperiode zu sichern. Mithilfe eines Zinsswaps mit Start in der Zukunft konnten die Finanzierungskosten langfristig planbar gemacht und eine verlässliche Kalkulationsgrundlage geschaffen werden.

Herr Aichelberger, welche Erfahrungen aus Ihrer langjährigen Tätigkeit im Großbankenumfeld bringen Sie in die Betreuung von BTV Kund*innen ein?

Große Unternehmen verfügen häufig über etablierte Prozesse zur Steuerung von Zins- und Währungsrisiken. Interessant ist jedoch, dass viele zugrunde liegende Prinzipien unabhängig von der Unternehmensgröße gelten. Transparenz, klare Entscheidungsgrundlagen und eine regelmäßige Überprüfung von Risiken sind überall entscheidend. Meine Erfahrung zeigt, dass mittelständische Unternehmen oft dieselben Herausforderungen bewältigen müssen wie internationale Konzerne – allerdings mit deutlich schlankeren Strukturen. Umso wichtiger ist ein Risikomanagement, das verständlich, pragmatisch und effizient umsetzbar ist. Die BTV unterstützt ihre Kund*innen dabei, ein solches Risikomanagement aufzusetzen, indem wir sie von der Analyse über die Strategiefestlegung bis zur Instrumentenwahl begleiten.

Wie lautet  Ihr Fazit?

Zins- und Währungsmanagement sind selten isolierte Finanzthemen. In der Praxis geht es meist um Investitionen, Wachstum, Liquidität und strategische Entscheidungen. Unternehmen, die ihre Risiken frühzeitig identifizieren und strukturiert steuern, schaffen die Grundlage für mehr Planungssicherheit, besser planbare Cashflows und langfristige Handlungsfähigkeit. In der Praxis haben sich einfache Produktlösungen für komplex wirkende Problemstellungen durchgesetzt. Mit gut verständlichen Zinsswaps oder –caps sowie Devisentermingeschäften lassen sich Zins- und Währungsrisiken auf einfache Art und Weise steuern.

  • Die verwendeten Fach- und Finanzbegriffe werden im folgenden Link ausführlich erklärt: Glossar. Weitere wertpapierrechtliche Informationen.

    Beachten Sie bitte, dass ein Investment in Finanzinstrumente mit Risiken, wie Kursschwankungen oder Vermögensverlusten, verbunden sein kann.

    Diese Marketing-/Werbemitteilung stellt keine Anlageberatung, kein Angebot zur Zeichnung bzw. zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar und ersetzt auch keine Anlageberatung. Als Marketing-/Werbemitteilung unterliegt sie nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und dem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen. Die jeweiligen Anlegerinformationen/Zeichnungsbedingungen in deutscher Sprache (Basisprospekt, endgültige Bedingungen, Prospekt, KID, vereinfachter Prospekt u. dgl.) sind die einzig verbindlichen Dokumente. Sie erhalten diese bei der BTV Vier Länder Bank AG, Stadtforum 1, 6020 Innsbruck, bzw. BTV Vier Länder Bank AG, Zweigniederlassung Deutschland, Neuhauser Straße 5, 80331 München, bzw. BTV Vier Länder Bank AG, Innsbruck, Zweigniederlassung Staad, Hauptstraße 19, 9422 Staad. Die Beiträge in dieser Publikation dienen lediglich der Information. Die BTV prüft ihr Informationsangebot sorgfältig. Beachten Sie bitte dennoch, dass Einschätzungen und Bewertungen die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt der Erstellung bzw. der Ausarbeitung reflektieren und für die Richtigkeit und den Eintritt eines bestimmten Erfolges keine Gewähr übernommen wird.

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