Mehrere Münzen nebeneinander gestapelt

Was sind Investmentfonds?

Es gibt unterschiedliche Wege, sein Vermögen in Form von Wertpapieren anzulegen. Eine beliebte und gängige Möglichkeit ist das Kaufen von Investmentfonds. Viele Anleger*innen stehen solchen Anlagelösungen jedoch nach wie vor kritisch gegenüber, da sie - etwa im Vergleich zum klassischen Sparen - mit höheren Risiken verbunden sind. Doch speziell auch zur besseren Absicherung gegen die Inflation können diese langfristig eine gute Anlagemöglichkeit bieten.

Erste Grundlagen von Fonds

Ein Investmentfonds lässt sich am einfachsten mit einem großen Topf vergleichen. In diesem werden die Gelder von vielen verschiedenen Anleger*innen gebündelt und durch Expert*innen – die Fondsmanager*innen – an den Finanzmärkten veranlagt. Bei einem Fonds handelt es sich somit um das gemeinsame Vermögen vieler Beteiligter, die für ihr Investment entsprechende Anteile am Gesamtvermögen erhalten. Mit Ausnahme von Laufzeitenfonds haben Investmentfonds in der Regel keine fixe Laufzeit, was bedeutet, dass Anleger*innen jederzeit Anteile erwerben bzw. diese auch wieder verkaufen können.

 

Wie wird ein Fonds verwaltet?

Bei der Frage, wer einen Investmentfonds auflegen und vertreiben darf, gibt es durch den Gesetzgeber klare und strenge Richtlinien. Diese Aufgabe übernimmt ausschließlich eine Fondsgesellschaft, wobei sich in Österreich vor allem die Bezeichnung Kapitalanlagegesellschaft – kurz KAG – durchgesetzt hat. Häufig handelt es sich bei diesen Gesellschaften um Tochterunternehmen von großen Banken oder Versicherungen, wofür eine eigene Konzession notwendig ist.

 

Auch in anderen Ländern ist die Konzession und damit das Vertreiben von Fonds mit strengen Auflagen verbunden. Das in Österreich gültige Investmentfondsgesetz (InvFG) spricht im Zusammenhang mit Investmentfonds und den vertreibenden Gesellschaften von Sondervermögen. Dies bedeutet, dass die gesammelten und die im Fonds gebündelten Gelder rechtlich vom Vermögen einer KAG zu trennen sind und nicht für Verbindlichkeiten herangezogen werden dürfen. Dadurch zeigt sich ein großer Vorteil hinsichtlich des Anlegerschutzes.

Drei kleine Pflanzen wachsen aus einem Haufen Münzen

Wie funktioniert die Kapitalveranlagung?

Zunächst definiert die Kapitalanlagegesellschaft die Anlagestrategie sowie die Ausstattungsmerkmale und legt in der Folge einen Fonds auf. Nun beginnt das Sammeln von Geldern, indem Anleger*innen Anteilsscheine an diesem Fonds erwerben. Zwischen der KAG und den Geldgeber*innen besteht ein Treuhandverhältnis – dies bedeutet, dass durch die Expert*innen die Anlagepolitik definiert und gesteuert sowie Transaktionen (Käufe und Verkäufe) durchgeführt werden. Auf das Vermögen gibt es aber keinen direkten Zugriff, da dieses unabhängig bei einer verwaltenden Depotbank liegt.

 

Durchführung der Aufträge durch Depotbank

Diese Depotbank führt die gewünschten Aufträge der KAG durch, nimmt dabei aber keinen Einfluss auf die strategischen Entscheidungen des Fondsmanagements. Anleger*innen müssen mindestens einmal jährlich einen Rechenschaftsbericht des abgelaufenen Jahres erhalten und zusätzlich unterliegen sämtliche Fonds einer strengen Aufsicht durch staatliche Behörden. Auch die KAG und die Depotbank kontrollieren und überwachen sich gegenseitig. Zusammen mit dem zuvor genannten Sondervermögen zeigen sich somit weitere Schutzmechanismen. Würde die KAG zum Beispiel Konkurs anmelden müssen, würde die Depotbank die Verwaltung der Fondsanteile an eine andere Kapitalanlagegesellschaft übertragen.

Eine Geschäftsfrau hält ihr Tablet in einer Hand und blickt aus dem Fenster

Unterscheidungsmerkmale bei Fonds

Passiv und aktiv gemanagte Fonds

Zunächst muss zwischen passiv und aktiv gemanagten Fonds unterschieden werden. Passive Produkte sind klassischerweise ETFs und bilden z. B. einen Index nach. Eingriffe eines Managers bzw. einer Managerin sind selten. Anders verhält es sich mit aktiv gemanagten Fonds. Hier werden Wertpapiere gezielt durch Fondsmanager*innen gesteuert, beobachtet und je nach Situation angepasst. Dabei soll auf mögliche Marktveränderungen reagiert und die Benchmark (ein Vergleichswert) geschlagen werden. Diese Form von Investmentfonds ist bedingt durch den Aufwand höher bepreist als passive Fonds, andererseits können sich Anleger*innen auf ein aktives Risikomanagement verlassen.

 

Offene und geschlossene Fonds

Weiters unterscheiden wir Fonds danach, ob sie offen oder geschlossen sind. Offene Fonds definieren kein begrenztes Fondsvermögen und können durch Anleger*innen zu jedem Zeitpunkt ge- und verkauft werden. Geschlossene Vehikel hingegen werden etwa für die Finanzierung von Großprojekten aufgelegt. Die Höhe des Fondsvermögens und die Anzahl an Fondsanteilen stehen bereits vorher fest und in der Regel muss für ein Investment ein hoher Mindestbetrag aufgebracht werden. Sobald alle Anteile verkauft wurden, wird der Fonds für weitere Anleger*innen geschlossen.

Mehrere Münzen nebeneinander gestapelt

Welche Arten von Fonds gibt es?

Aufgrund unterschiedlicher Bedürfnisse gibt es auch verschiedene Arten von Investmentfonds. Dadurch können sich Anleger*innen gezielt an ihren Wünschen und Risikoprofilen orientieren. Die gängigsten Fondsarten sind:

  • Aktienfonds
  • Rentenfonds
  • Mischfonds
  • Geldmarktfonds

Aktienfonds

Bei dieser Fondsart werden Investments ausschließlich in Aktien börsennotierter Unternehmen investiert. Dabei werden eine Vielzahl unterschiedlicher Aktien gekauft, wodurch sich die Schwankungsintensität gegenüber einzelnen Aktien in der Regel verringert.

 

Rentenfonds

Hier erfolgen Investments hauptsächlich in (fest-)verzinsliche Wertpapiere. Abhängig vom konkreten Anlegerziel gibt es Rentenfonds, die ausschließlich in Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen investieren, oder aber auch in Fremdwährungsanleihen. Tendenziell weisen Rentenfonds geringere Wertschwankungen als Aktienfonds auf, haben aber dafür eine niedrigere Rendite.

 

Mischfonds

Bei Mischfonds kann sowohl in Aktien, Anleihen und Geldmarkttitel als auch in Immobilien investiert werden. Dabei kann das Verhältnis von Aktien zu Renten oder Geldmarkttiteln im Fonds je nach Risikoneigung und Ertragserwartung unterschiedlich sein. Das Fondsmanagement kann im Rahmen des fondsspezifischen Anlagekonzepts die Gewichtung der Anlageklassen flexibel anpassen.

 

Geldmarktfonds

Geldmarktfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in Geldmarkttitel und liquide Wertpapiere mit sehr kurzen Laufzeiten. Hierzu zählen z. B. Termingelder, Festgelder oder Anleihen mit kurzer Laufzeit oder kurzer Restlaufzeit, Geldmarktfloater.

Ein Mann fügt ein weißes Puzzle-Teil einem weißen Puzzle hinzu

Ausschüttend oder thesaurierend?

Eine KAG kann selbst entscheiden, ob sie ausschüttende oder thesaurierende Fonds auflegt. Im Falle von ausschüttenden Fonds werden die erwirtschafteten Erträge von der KAG gesammelt und üblicherweise einmal pro Jahr an die Anleger*innen im Verhältnis der Anteilsscheine ausgeschüttet. Die Anleger*innen erhalten diese Auszahlung auf dem Wertpapierverrechnungskonto gut geschrieben und können darüber verfügen.

Im Gegensatz dazu werden bei thesaurierenden Fonds alle erwirtschafteten Erträge von der Fondsgesellschaft direkt wieder im Fonds veranlagt. Anleger*innen erhalten somit während des Jahres keine Ausschüttung. Es entsteht aber natürlich der Zinseszinseffekt: das Fondsvermögen steigt und damit auch der Wert des jeweiligen Anteilscheins. Die im Fonds erwirtschafteten Erträge fließen erst zu, wenn die Fondsanteile veräußert bzw. an die Depotbank zurückgegeben werden.

Fonds: Vorteile und Risiken

Vorteile:

  • Ziel der langfristigen Erzielung einer positiven Wertentwicklung
  • Investition in ein breit diversifiziertes Portfolio
  • Profitieren von den Anlageentscheidungen eines professionellen Fondsmanagers
  • Dynamische Steuerung der Sektorallokation und aktive Risikokontrolle
  • Durch den Rechtsstatus als Sondervermögen werden die Fondsanteile getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft aufbewahrt

 

Risiken:

  • Kursverluste und Schwankung des Vermögenswertes möglich – keine Kapitalgarantie
  • Durch Diversifikation kann ein Vermögensverlust nicht ausgeschlossen werden
  • Die Anlageklasse Aktie weist hohe Schwankungsanfälligkeit auf
  • Wechselkursverluste gegenüber Anlegerwährung möglich
  • Eingesetzte Anlagevehikel können schwächer als erwartet abschneiden
  • Inflationsrisiko: Der Ertrag einer Investition kann durch die Inflationsentwicklung negativ beeinflusst werden

Häufig gestellte Fragen zu Investmentfonds

  • Was ist ein Investmentfonds einfach erklärt?

    Ein Investmentfonds lässt sich am einfachsten mit einem großen Topf vergleichen. In diesem werden die Gelder von vielen verschiedenen Anleger*innen gebündelt und durch Fondsmanager*innen an den Finanzmärkten veranlagt. Bei einem Fonds handelt es sich somit um das gemeinsame Vermögen vieler Beteiligter, die für ihr Investment entsprechende Anteile am Gesamtvermögen erhalten.

  • Wie funktioniert ein thesaurierender Fonds?

    Bei thesaurierenden Fonds werden alle erwirtschafteten Erträge von der Fondsgesellschaft direkt wieder im Fonds veranlagt. Anleger*innen erhalten somit während des Jahres keine Ausschüttung.

  • Was ist der Unterschied zwischen einem offenen und einem geschlossenen Fonds?

    Offene Fonds definieren kein begrenztes Fondsvermögen und können durch Anleger*innen zu jedem Zeitpunkt ge- und verkauft werden. Geschlossene Fonds hingegen werden etwa für die Finanzierung von Großprojekten aufgelegt. Die Höhe des Fondsvermögens und die Anzahl an Fondsanteilen stehen bereits vorher fest und in der Regel muss für ein Investment ein hoher Mindestbetrag aufgebracht werden. Sobald alle Anteile verkauft wurden, wird der Fonds für weitere Anleger*innen geschlossen.

  • Was versteht man unter Performance bzw. Wertentwicklung?

    Die Performance misst die Wertentwicklung eines Investments oder eines Portfolios. Bei Investmentfonds wird die prozentuale Veränderung des Werts der Anteile innerhalb eines bestimmten Zeitraums gemessen. Zum Beispiel wird die Wertentwicklung seit Jahresanfang (YTD, year-to-date) oder seit Monatsanfang (MTD, month-to-date) angegeben.

     

    Die Wertentwicklung über mehrere Jahre wird meist als die Performance p. a. (Per-anno-Performance oder Wertentwicklung pro Jahr) angegeben. Generell muss zwischen Brutto- und Nettoperformance unterschieden werden. Die Nettoperformance zieht von der Bruttoperformance anfällige Managementgebühren ab.

     

    • Outperformance: Man spricht von einer Outperformance, wenn eine Anlage eine höhere Rendite erzielt, als der im Voraus definierte Vergleichsindex (= Benchmark).

    • Underperformance: Man spricht hingegen von einer Underperformance, wenn eine Anlage eine niedrigere Rendite erzielt, als der im Voraus definierte Vergleichsindex (= Benchmark).

  • Stand: 23.10.2023

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